Problemfit
Gibt es ein klar benanntes Problem, ein sauberes Zielbild und einen Anwendungsfall, der sich überhaupt sinnvoll spezifizieren lässt?
Die meisten KI-Projekte scheitern nicht daran, dass KI grundsätzlich nicht funktioniert. Sie scheitern daran, dass Problem, Daten, Prozesse, Führung und Governance nicht tragfähig genug zusammenspielen. Dieser Selbsttest zeigt, wo Ihr Unternehmen heute belastbar ist — und wo vor dem nächsten KI-Projekt nachgeschärft werden sollte.
KI-Readiness entsteht nicht durch ein Tool allein. Der Test betrachtet sieben Engpässe, an denen KI-Initiativen in Unternehmen typischerweise hängen bleiben: Problemklarheit, Daten, Prozesse, Führung, Wissen, Wertmessung und Governance.
Gibt es ein klar benanntes Problem, ein sauberes Zielbild und einen Anwendungsfall, der sich überhaupt sinnvoll spezifizieren lässt?
Sind die relevanten Informationen auffindbar, belastbar und in einem Modell verbunden, mit dem KI nicht nur plausible, sondern nützliche Ergebnisse erzeugt?
Ist klar, wo KI in bestehende Abläufe eingreift, wer Ergebnisse prüft und wie ein Pilot später in den Alltag übergehen kann?
Gibt es einen Sponsor mit Entscheidungsmandat, Manager, die mitziehen, und die Bereitschaft, Arbeitsweisen zu ändern statt nur Tools einzukaufen?
Verstehen Mitarbeitende, was die eingesetzten KI-Werkzeuge können und wo ihre Grenzen liegen — und wird Befähigung systematisch betrieben, wie es Artikel 4 des EU AI Act seit 2025 verlangt?
Gibt es für KI-Initiativen eine Baseline, klare KPIs und die Bereitschaft, auf Basis von Ergebnissen — nicht von Sympathie für die Technologie — zu entscheiden?
Sind Verantwortlichkeiten, sensible Daten, EU-AI-Act-Risikoklassen und Kontrollen für autonom handelnde Agenten so geklärt, dass KI nicht als Schattenprozess eingeführt wird?
Bewerten Sie jede Aussage mit Nein, Teilweise oder Ja. Der Test berechnet daraus Ihr Ergebnisprofil und zeigt, wo Ihr größter Engpass liegt.
Dieser Selbsttest orientiert sich an etablierten Reifegrad-Modellen für Enterprise AI: am Cisco AI Readiness Index, am Gartner AI Maturity Model, am Microsoft AI Readiness Framework, an Deloitte „State of AI in the Enterprise“, an BCG „Build for the Future“, am NIST AI Risk Management Framework sowie an den Anforderungen des EU AI Act. Die Auswahl der Fragen folgt einem Prinzip: wenige, scharf gestellte Items pro Dimension — kein Tiefenscan, sondern eine ehrliche Standortbestimmung in fünf bis zehn Minuten.
Der Score ist kein Reifegrad-Zertifikat. Er zeigt, wie breit oder eng ein Unternehmen sinnvoll mit KI starten sollte. Ein hoher Wert heißt nicht, dass KI „fertig eingeführt“ ist. Ein niedriger Wert heißt nicht „nichts tun“, sondern: enger starten, sauberer priorisieren und Grundlagen zuerst stabilisieren.
Fundament zuerst. Starten Sie nicht mit einem breiten KI-Programm. Wählen Sie einen klar umrissenen Use Case, klären Sie Daten, Verantwortlichkeiten und Erfolgskriterien und bauen Sie erst dort belastbare Praxis auf.
Pilotfähig mit Fokus. Ein erster oder nächster KI-Pilot ist realistisch. Der entscheidende Punkt ist jetzt, ihn nicht als Demo zu behandeln, sondern mit Messung, Governance, Betriebsmodell und klarer Verantwortung aufzusetzen.
Bereit für fokussierte Umsetzung. Die Grundlagen sind tragfähig genug, um KI diszipliniert in wirksame Arbeitsabläufe zu bringen. Priorität haben Auswahl, Wertmessung, Betrieb und Skalierung — nicht die Breite des Tool-Portfolios.
Wenn Sie bei diesem Test schwächer abschneiden, liegt das fast nie an mangelnder Technologieaffinität. Es liegt typischerweise an drei Mustern: unscharfen Problemen, instabilen Daten und nicht geklärten Verantwortlichkeiten. Genau dazu habe ich in den letzten Wochen bereits mehrere Beobachtungen veröffentlicht.