Anwendbarkeit & Rolle
Fallen Sie überhaupt unter den AI Act, und in welcher Rolle — Anbieter, Betreiber, Importeur oder Händler? Die Rolle bestimmt, welche Pflichten greifen.
Der EU AI Act ist keine Empfehlung, sondern geltendes Recht. Daneben gelten weitere Vorschriften. Die DSGVO betrifft personenbezogene Daten über den gesamten KI-Einsatz hinweg, einschließlich Eingaben, Ausgaben, Speicherung und Weitergabe. Dieser Selbsttest zeigt deshalb beides — AI-Act-Einstufung und eine schnelle Datenschutz-Ampel für KI-Nutzung.
Der Score verdichtet Selbstauskünfte zu ausgewählten Kontrollen. Er weist weder Rechtmäßigkeit noch vollständige Pflichterfüllung nach. Entscheidend sind offene Voraussetzungen, die Rolle je System und die jeweils geltenden Fristen. Achtung: Viele potenzielle KI-Fehltritte sind keine AI-Act-Verstöße, sondern DSGVO-Verstöße mit KI-Tools.
Fallen Sie überhaupt unter den AI Act, und in welcher Rolle — Anbieter, Betreiber, Importeur oder Händler? Die Rolle bestimmt, welche Pflichten greifen.
Haben Sie alle eingesetzten KI-Systeme erfasst — inklusive eingebetteter KI in Drittanwendungen — und sauber nach Risikoklassen eingeordnet?
Neun verbotene Praktiken müssen sicher ausgeschlossen sein. Ein einzelner Treffer ist eine rechtliche Red Flag und wird nicht durch gute Antworten in anderen Bereichen relativiert.
Hochrisiko hängt vom konkreten Einsatzzweck, gesetzlichen Ausnahmen und gegebenenfalls Produktrecht ab. Die daraus folgenden Pflichten unterscheiden sich nach Rolle und Anwendungsfrist.
Anbieter müssen ihre Systeme je nach einschlägigem Transparenzfall passend gestalten und synthetische Inhalte unter Berücksichtigung gesetzlicher Ausnahmen maschinenlesbar markieren. Betreiber müssen je nach Einsatz unter anderem über Deepfakes, Texte von öffentlichem Interesse sowie Emotionserkennung oder biometrische Kategorisierung informieren.
Art. 4 verlangt angemessene Maßnahmen zur KI-Kompetenz. Klare Verantwortlichkeiten und Vorfallprozesse sind sinnvolle Organisationskontrollen, aber keine eigenständigen Art.-4-Formvorgaben.
Welche Foundation Models stecken in Ihren Systemen — auch indirekt über SaaS? Regeln Ihre Verträge, was Sie zur Erfüllung Ihrer Betreiberpflichten brauchen?
Welche personenbezogenen Daten fließen in KI-Tools, auf welcher Grundlage, mit welcher Anbieterbindung — und mit welchem Risiko für Drittlandtransfer oder unkontrollierte Weiterverwendung?
Prüfen Sie zuerst Rolle und Anwendbarkeit. Bewerten Sie danach jede einschlägige Aussage mit Nein, Teilweise oder Ja; bei rollen- oder systembezogenen Fragen kann Nicht anwendbar gewählt werden. Der Reife-Score berücksichtigt nur einschlägige Fragen. Die Art.-5-Prüfung bleibt davon getrennt.
„Ja“ setzt voraus, dass alle einschlägigen Teile der Aussage geprüft und erfüllt sind; „Teilweise“ bedeutet konkrete Maßnahmen mit benannten Lücken. Unbekannt oder ungeprüft zählt als „Nein“. „Nicht anwendbar“ setzt eine begründete Rollen- oder Systemprüfung voraus und darf fehlendes Wissen nicht ersetzen.
Bei noch nicht geltenden Pflichten bewerten Sie die Vorbereitung auf die einschlägige Frist; der Score unterscheidet keine aktuellen Verstöße von Vorbereitungslücken.
Mindestens eine verbotene KI-Praxis ist nicht sicher ausgeschlossen. Der Reife-Score kann dieses Risiko nicht ausgleichen.
Dieser Selbsttest orientiert sich an der Verordnung (EU) 2024/1689 (EU AI Act) in der Fassung der Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital Omnibus on AI), den Leitlinien und Q&A der Europäischen Kommission und des AI Office zu verbotenen Praktiken, Art. 4, GPAI und den finalen Art.-50-Transparenzpflichten vom 20. Juli 2026. Der Test trennt deshalb anwendbare Reife-Fragen von Art.-5-Ausschlusskriterien und berücksichtigt rollen- oder systemabhängige Fragen nur, wenn sie einschlägig sind. Der DSGVO-Block verdichtet die operativ häufigsten KI-Datenschutzfragen: personenbezogene Daten, Rechtsgrundlage, Auftragsverarbeitung, Drittlandtransfer, Retention, Trainingsnutzung und interne Nutzungsleitplanken. Als übergreifende Kontrollarchitektur wurde das NIST AI Risk Management Framework herangezogen. Fragen, Gewichtung und Schwellen sind eine eigene redaktionelle Heuristik, kein validiertes Compliance-Messinstrument. Die Auswahl der Fragen folgt dem gleichen Prinzip wie beim KI-Readiness-Selbsttest: wenige, scharf gestellte Items pro Dimension, keine vollständige Compliance-Prüfung, sondern eine Standortbestimmung in fünf bis zehn Minuten.
Der Test soll keine juristische Ja-Nein-Antwort simulieren. Er zeigt, wo Ihr Unternehmen heute steht und welcher nächste Schritt sinnvoll ist. Der AI-Act-Reife-Score berücksichtigt nur anwendbare Fragen; Art.-5-Red-Flags stehen separat daneben und verhindern jede Entwarnung durch einen hohen Score. Offene Kernvoraussetzungen übersteuern die Prozentprofile: Ein „Nein“ in Fragen 1, 4, 5, 10–16, 18 oder 20 führt zu „Anwendbare Voraussetzungen offen“, ein „Teilweise“ dort zu „Kernvoraussetzungen teilweise geklärt“. Nicht anwendbare Fragen sind ausgenommen. Die DSGVO-Ampel ist rot, sobald eine der fünf Voraussetzungen ungeklärt ist, gelb bei Teilmaßnahmen und nur bei fünf vollständigen Antworten grün. Auch Grün ist kein Datenschutz-Nachweis.
Hoher Klärungsbedarf. Viele abgefragte Voraussetzungen sind noch ungeklärt. Priorisieren Sie die betroffenen Systeme nach Risiko und ziehen Sie bei rechtlichen Unsicherheiten spezialisierte Beratung hinzu.
Auf gutem Weg, aber mit Lücken. Ein Teil der abgefragten Kontrollen besteht. Klären Sie offene Voraussetzungen für die betroffenen Einsätze nach Risiko und Fälligkeit.
Viele Kontrollen beschrieben. Nach Ihrer Selbstauskunft bestehen viele der abgefragten Kontrollen. Prüfen Sie deren Nachweise und Wirksamkeit an den wichtigsten Systemen; der Score belegt keine vollständige Compliance.
Hoher Selbstauskunfts-Score. Die Selbstauskunft weist wenige oder keine Lücken in dieser Auswahl aus. Überprüfen Sie Nachweise risikogerecht und bewerten Sie Änderungen an Systemen, Anbietern und Rechtslage erneut.
Rot. Datenschutz ist nicht belastbar geklärt. Offene Voraussetzungen für KI-Nutzung mit personenbezogenen Daten sind vor Einsatz beziehungsweise Fortsetzung gezielt zu klären.
Gelb. Erste Leitplanken sind da, aber Anbieter, Rechtsgrundlage oder Drittlandtransfer sind noch nicht durchgehend sauber.
Grün. Die Datenseite wirkt operativ kontrolliert. Trotzdem bleiben neue Tools, neue Datenkategorien und Anbieterwechsel prüfpflichtig.
Dieser Test ist bewusst eng an Regulierung und Datenschutz geführt. Wenn Sie parallel strategisch prüfen wollen, wie KI-ready Ihr Unternehmen insgesamt ist — Problemfit, Daten, Prozesse, Führung, Talent, Wertbeitrag und Governance — empfiehlt sich der Schwestertest.
Der Selbsttest verdichtet — die Originalquellen sind der Maßstab. Die folgenden Einstiege decken Gesetzestext, Anwendungsfristen, EU-Auslegungshilfen zu den kritischen Artikeln, Art.-50-Transparenzhilfen, AI-Literacy-Hilfen, GPAI-Regime und die nationalen Servicestellen in Österreich und Deutschland ab.
| Quelle | Zweck | Herausgeber |
|---|---|---|
| Verordnung (EU) 2024/1689 — EUR-Lex ↗ | Amtlicher Volltext im Amtsblatt der EU — die rechtsverbindliche Grundlage. | Amt für Veröffentlichungen der EU |
| Verordnung (EU) 2026/1744 — Digital Omnibus on AI ↗ | Amtliche Änderung des AI Act: unter anderem neue Anwendungsfristen für Hochrisiko-Systeme, die Art.-50-Übergangsfrist und das zusätzliche Art.-5-Verbot für bestimmte nicht einvernehmliche intime Inhalte oder Missbrauchsdarstellungen. | Amt für Veröffentlichungen der EU |
| AI Act — Überblick inkl. Timeline ↗ | Ziele, Risikoklassen und aktuelle Anwendungsdaten: in Kraft 1. August 2024; Verbote und AI-Literacy seit 2. Februar 2025; GPAI und Governance seit 2. August 2025; Grundanwendung ab 2. August 2026; bestimmte Hochrisiko-Bereiche ab 2. Dezember 2027; produktintegrierte Hochrisiko-Systeme ab 2. August 2028. | Europäische Kommission |
| AI Office ↗ | EU-Stelle für Guidance und die Aufsicht über GPAI-Modelle; die nationalen Marktüberwachungsbehörden setzen die Regeln für KI-Systeme grundsätzlich auf nationaler Ebene durch. | Europäische Kommission |
| AI Act Single Information Platform / Service Desk ↗ | Operativer Einstieg für Umsetzungsfragen: AI Act Explorer, Compliance Checker, FAQ, nationale Ressourcen und Kontakt zum Service-Desk-Team. | Europäische Kommission / AI Office |
| Guidelines zu verbotenen Praktiken (Art. 5) ↗ | Offizielle Auslegungshilfe zu den verbotenen KI-Praktiken (Februar 2025). | Europäische Kommission |
| Guidelines zur Definition eines KI-Systems ↗ | Abgrenzung, was überhaupt unter den AI Act fällt (Februar 2025). | Europäische Kommission |
| Finale Leitlinien zu Art.-50-Transparenzpflichten ↗ | Finale Auslegung vom 20. Juli 2026: getrennte Pflichten von Anbietern und Betreibern, Kennzeichnung synthetischer Inhalte, Deepfakes und Texte zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse; anwendbar ab 2. August 2026. | Europäische Kommission / AI Office |
| Quick Facts zu Art. 50 ↗ | Kurzüberblick zu vier Transparenzfällen, Durchsetzung und der Übergangsfrist bis 2. Dezember 2026 für die maschinenlesbare Kennzeichnung bestimmter generativer Bestandssysteme. | Europäische Kommission / AI Office |
| AI Literacy — Q&A der Kommission ↗ | Offizieller Einstieg zu Art. 4: Zielgruppe, Mindestinhalte, risikobasierter Zuschnitt und Durchsetzung. | Europäische Kommission / AI Office |
| Repository of AI literacy practices ↗ | Praxisbeispiele für AI-Literacy-Maßnahmen. Die Sammlung begründet keine Konformitätsvermutung, eignet sich aber als Vergleichspunkt für Programme. | Europäische Kommission / AI Office |
| GPAI Code of Practice — Inhalte ↗ | Aktuelle offizielle Landingpage zu Inhalt und Struktur des freiwilligen GPAI Code of Practice für Anbieter von General-Purpose-AI-Modellen. | Europäische Kommission / AI Office |
| Guidelines zu GPAI-Modellpflichten ↗ | Offizielle Auslegung zum Umfang der GPAI-Anbieterpflichten und dazu, wer darunter fällt. | Europäische Kommission |
| RTR KI-Servicestelle ↗ | Nationale KI-Servicestelle für Österreich — Auskunft und Koordination. | Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) |
| BNetzA KI-Service-Desk ↗ | Nationaler KI-Service-Desk für Deutschland zur Umsetzung der KI-Verordnung. | Bundesnetzagentur (BNetzA) |
| Datenschutz erklärt ↗ | Offizieller Einstieg der Europäischen Kommission zur DSGVO und zum Begriff personenbezogener Daten. | Europäische Kommission |
| Wann dürfen personenbezogene Daten verarbeitet werden? ↗ | Überblick zu Rechtsgrundlagen für die Verarbeitung personenbezogener Daten. | Europäische Kommission |
| Auftragsverarbeitung nach DSGVO ↗ | Offizielle Erläuterung zu Auftragsverarbeitung, AVV und Unterauftragsverarbeitern. | Europäische Kommission |
| Standardvertragsklauseln (SCC) ↗ | Offizieller Einstieg zu Standardvertragsklauseln und internationalen Datentransfers. | Europäische Kommission |