Wissens-Flywheel: Das Gedächtnis macht den Unterschied

In zwei Jahren dürften viele Beratungsbetriebe denselben KI-Assistenten nutzen. Auf denselben Frontier-Modellen, mit vergleichbarer Funktionalität.

Was unterscheidet die Häuser dann? Das Gedächtnis, das sie ihrer KI mitgeben.

Genau dieses Gedächtnis hat fast niemand strukturiert. Es lebt in den Köpfen weniger Senior-Partner: Mandantenwissen, Verhandlungshistorie, Methoden-DNA — die Einschätzung, dass Mandant X bei einer bestimmten Klausel eine harte Linie fährt, lebt nirgendwo systematisch, sondern in Erinnerungen. Jeder Wechsel nimmt einen Teil mit.

Wer dieses Wissen nicht aus den Köpfen bekommt, bevor KI flächendeckend ankommt, hat in zwei Jahren eine schnellere Suchmaschine. Wer es aufbaut, hat etwas, das die Konkurrenz nicht einfach mitkaufen kann.

Ich habe versucht, eine Architektur dafür beschreibbar zu machen. Was im Haus liegt, muss in drei Schichten getrennt sein. Wer was kuratiert und freigibt, muss benannt sein. Und das Vokabular muss mitwachsen, sonst arbeitet die KI nach zwei Jahren gegen eine Welt, die nicht mehr existiert. Bewusst ohne Tool-Empfehlung — die veraltet schneller als die Architektur darunter.

https://sixtyfour.solutions/praxis/wissens-flywheel/

Wer praktische Erfahrung mit Wissensbasen für KI hat oder einen wichtigen Punkt vermisst: Kommentare sind ausdrücklich erwünscht.

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