MGI-Substitutionspotenzial gegen Demografie
35 Prozent der Beschäftigten in Deutschland arbeiten laut einer neuen McKinsey-Studie in Berufen, die ein KI-Agent strukturell übernehmen könnte. Höchster Anteil Europas, absolut rund 16 Millionen Menschen.
Die Berufe: Buchhalter, Verwaltungsassistenten, Softwareentwickler. McKinsey errechnet daraus 486 Milliarden Dollar Produktivitätspotenzial bis 2030.
McKinsey selbst schränkt ein: KI-Tools in bestehende Prozesse einzubetten reiche nicht, erst die Neugestaltung der Arbeitsabläufe bringe substanzielle Produktivitätsgewinne. Die Zahlen zeigen also eine technische Machbarkeit und sind keine Prognose.
Wenn McKinsey mit dem Potential recht behält, ist die Frage aber nicht ob, sondern wie rasch das Potential gehoben wird — und was das für den Arbeitsmarkt bedeutet. Demografisch benötigt Deutschland einen Teil dieses Potentials dringend: Bis 2035 sinkt das Erwerbspersonenpotenzial laut IAB ohne ausreichende Zuwanderung um bis zu 7 Millionen Menschen, weil die Babyboomer in Rente gehen und der Nachwuchs nicht reicht. Man muss aber auch offen sagen, dass 16 Millionen potenziell automatisierbare Jobs gegen bis zu 7 Millionen demografische Entlastung erhöhte Arbeitslosigkeit um mehrere Millionen Menschen bedeutet, wenn in der Zeit nicht neue, andere Jobs entstehen.
Das ist kein Anlass für reißerische KI-Angstmache, aber auch nicht für vereinfachte Ansagen wie „jede technologische Revolution hat bisher im Endeffekt mehr Beschäftigung gebracht". Es ist eine Entwicklung, die Millionen von Menschen betreffen könnte und die begleitet werden muss.
Studie: McKinsey Global Institute, „Agents, robots, and us" (Mai 2026) https://www.mckinsey.com/mgi/our-research/agents-robots-and-us-how-ai-reshapes-work-and-skills-in-europe