Ihre Daten sind nicht KI-ready — und das ist Ihr größter Hebel

McKinsey meldet: 88% der Unternehmen nutzen KI. Gleichzeitig sagt Gartner: 57% der Organisationen haben Daten, die nicht KI-ready sind. Das ist kein Widerspruch — das ist der Normalzustand.

Was KI-ready bei Daten bedeutet, klingt unspektakulär: Kundendaten die nicht in drei Systemen gleichzeitig und unterschiedlich existieren. Prozessdokumentation die aktuell ist, nicht von 2019. Wissen das irgendwo festgehalten ist und nicht nur in den Köpfen einzelner Mitarbeiter lebt. Berechtigungen die aufgeräumt sind, bevor ein KI-Assistent sie durchsucht.

Aber bevor man aufräumt, muss man eine Frage beantworten: Welche Daten sind überhaupt relevant? Im Handelsblatt Disrupt Podcast stellt Claudia Pohlink, CDO bei FIEGE, genau diese Frage — und kommt zu einem ernüchternden Befund: Die meisten Unternehmen sitzen auf Bergen von Daten, von denen ein Großteil operativ irrelevant ist. Erst wenn klar ist, welche Daten echte Entscheidungen verbessern, lohnt sich die KI-Investition überhaupt.

In vielen Gesprächen höre ich denselben Reflex: "Wir brauchen erst KI, dann kommen die Daten schon in Ordnung." Das Gegenteil stimmt. KI macht aus schlechten Daten keine guten Ergebnisse — sie macht aus schlechten Daten überzeugend klingende schlechte Ergebnisse. Und das ist gefährlicher als gar keine Ergebnisse.

Kein Unternehmen hat das perfekt gelöst — auch nicht die 6% die McKinsey als "AI High Performers" bezeichnet. Der Unterschied: Diese Unternehmen investieren in die Grundlagen, bevor sie KI skalieren. Sie redesignen ihre Workflows dreimal häufiger als andere. Nicht weil sie mehr Budget haben, sondern weil sie verstanden haben was zuerst kommen muss.

Die Investition die 2026 den größten Unterschied machen wird, ist keine KI-Investition. Es ist die Arbeit an der eigenen Datenbasis — klären welche Daten Entscheidungen verbessern, aufräumen, konsolidieren, dokumentieren. Nicht glamourös, aber der Hebel auf den es ankommt.

🎧 Podcast-Empfehlung: https://www.handelsblatt.com/audio/disrupt-podcast/disrupt-wie-finden-familienunternehmen-ihre-wertvollsten-daten-claudia-pohlink/100206062.html

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